Das Feuerwehrhaus Groß Aschen
Das Feuerwehrhaus Groß Aschen

In früheren Zeiten gehörte die Mitwirkung bei der Brandbekämpfung zu den Pflichten der Dorfbewohner. Die Bauern mussten Wasser fahren und die Brandeimer vorhalten. Die Ausrüstung und Arbeitsweise dieser Zwangseinrichtung, über die Ernst Lemkemeier und Hermann Höcker die Leitung hatten, erwies sich jedoch als unzureichend.

Der Gedanke zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr kam im Jahre 1890 auf. Als besonders notwendig hatte sich diese Neugründung im Jahre 1889 bei dem Brande Tiemann in Klein Aschen erwiesen.

Heinrich Wiegmann, Karl Bulthaupt, Hermann Rieke (Schuster), Hermann Rieke (Tischler), Heinrich Ebeler, Wilhelm Ebeler, Wilhelm Feldmann, Friedrich Kröger, Heinrich Wehrenbrecht, Gustav Feldmann, Wilhelm Wilke und Heinrich Steffen - Diese Kameraden gründeten die Freiwillige Feuerwehr.

Zum Vorstand wurden gewählt:

  • Heinrich Wiegmann, Hauptmann
  • Hermann Rieke (Schuster), stellv. Hauptmann
  • Karl Bulthaupt, Kassierer
  • Heinrich Ebeler, Schriftführer

Mit einer nur sehr bescheidenen Ausrüstung konnte diese Freiwillige Feuerwehr ins Leben treten. Die Unterhaltung erfolgte aus den Beiträgen der Mitglieder. Wir sehen hier, welchen Idealismus diese freiwilligen Männer hatten. Am 01. Juli 1898 gab sich die Freiwillige Feuerwehr eine Satzung (Statuten), die am 31. Juli 1899 vom Landrat bestätigt wurde. Damit hatte es die Freiwillige Feuerwehr übernommen, "Zur Unterdrückung von Schadenfeuern sowie zur Rettung von Personen und Eigentum bei solchen zu wirken". Sie war damit in den Rahmen des polizeilichen Löschwesens eingereiht und als Schutzwehr im Sinne des ? 113 Reichsstrafgesetzbuch anerkannt.

1901
1938
1975
1978
1990
2000

Gruppenbilder der Ortsfeuerwehr Groß Aschen

Einsatzkräfte anfangs mit Kraft und eigenem
Geld gefordert

Die weitere Sorge war nun die Ausrüstung und die Anschaffung von ausreichenden Löschgeräten. Im Jahre 1901 erhielt die Wehr eine Handdruckspritze. Da ein Gerätehaus fehlte, wurde sie in der Scheune Feldmann untergestellt. Am 01. Mai 1902 wurden die alten Statuten auf Grund der ergangenen Polizeiverordnung des Königlichen Oberpräsidenten zu Hannover vom Landrat von Pesten bestätigt. Hierin wurde auch festgestellt, dass die Ausrüstung vom Spritzenverband Hoyel (umfassend die Gemeinden Hoyel, Bennien, Westhoyel und Groß Aschen) zu beschaffen sei.

Aber auch die Gemeinde Groß Aschen hat stets Interesse an der Wehr gehabt und in anerkannter Weise gezeigt. So erhielt die Wehr im Jahre 1933 ein Gerätehaus. Dadurch war es den Feuerwehrkameraden nun auch möglich, bessere Ordnung und Pflege zu halten. Im November 1945 erhielt die Wehr eine Motorspritze. Mit ihr war die Wehr nun noch schlagkräftiger geworden. Im Jahre 1948 war es dann soweit: Die Freiwillige Feuerwehr Groß Aschen wurde voll motorisiert. Ein umgebautes Militärfahrzeug wurde übergeben (LF-TSA). Mit diesem galt es, dem alten Ziel zu dienen: Die Schlagkraft und die Einsatzbereitschaft der Wehr zu erhöhen!

Erste Motorspritze nach dem Krieg im Einsatz

Der 20. Oktober 1957 war für die Wehr ein schwarzer Tag. Hatte sie bis dahin so manchen Brand gelöscht und wertvolles Gut erhalten, so krähte der rote Hahn nun bei ihr selber. Es brannte der Feuerwehrwagen durch auslaufendes Benzin und Kurzschluss aus. Die Feuerwehr konnte hierfür nicht verantwortlich gemacht werden, denn dieser Wagen war ein durch den Krieg verbrauchtes Fahrzeug. Hier muss man nun den damaligen Gemeinderat, mit Bürgermeister Feldmann an der Spitze, dankbar erwähnen. In kürzester Zeit wurde ein gebrauchtes Kleinlöschfahrzeug (KLF/TS 8) beschafft. Dieses konnte am 24. Mai 1958 in den Dienst gestellt werden. In diesem Jahr wurde auch der Turm vom Gerätehaus entfernt. Mussten bis dahin die Schläuche hier getrocknet werden, so übernahm diese Arbeit nun die Kreisschlauchpflegerei in Melle. 15 Jahre hat die erste Motorspritze (TS 8) ihren Dienst getan, dann ereilte auch sie das Schicksal. Am 05. Juni 1960 beim Brand Rathert in Klein Aschen versagte die bereits stark verschlissene Pumpe und war nicht mehr zu reparieren. Auch hier zeigte sich, wie stark die Gemeinde hinter ihrer Wehr stand. Durch eine Sammlung wurde in kürzester Zeit der Betrag aufgebracht, der zur Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze (TS 8) notwendig war. Diese konnte dann bereits am 30. Juli 1960 der Feuerwehr übergeben werden. Auch das KLF war im Jahre 1965 völlig verbraucht. Um den Brandschutz aufrecht erhalten zu können, musste auch nun wieder schnellstens Ersatz beschafft werden. Der damalige Gemeinderat, mit Bürgermeister Ebeler an der Spitze, war um diese Aufgabe sicher nicht zu beneiden. Es sollte nun endlich ein neues Fahrzeug angeschafft werden, und dieses kostete immerhin 28.000 DM (und zwar das leere Fahrzeug). Aber auch dieses wurde möglich gemacht.

Ein neues LF 8 konnte im Februar 1966 der Feuerwehr übergeben werden. Dieses Fahrzeug stand noch bis 1992 im Dienst. Von 1890 bis 1968 wurde die Feuerwehr im Alarmfall durch Glockengeläut oder ein Blassignal zusammengetrommelt. Um dieses völlig überholte Manöver zu beenden, wurde 1968 schließlich und endlich eine Sirene auf dem Haus Kolkmeyer installiert.

Durch die Gebiets- und Verwaltungsreform ging 1970 die Eigenständigkeit der Gemeinde Groß Aschen verloren. Sie ging 1970 in die Gemeinde Riemsloh über. Der erste Bürgermeister dieser Großgemeinde war unser passives Mitglied Armin Seidel. Herr Seidel war damit der letzte Bürgermeister der Gemeinde Groß Aschen und der erste Bürgermeister der neuen Großgemeinde. Aber auch diese Großgemeinde hatte nur eine kurze Lebensdauer. 1972 wurde der ganze Kreis Melle zur Stadt Melle. Die Feuerwehr trägt nun den Namen Freiwillige Feuerwehr Melle, Ortsfeuerwehr Groß Aschen. Der Gemeindebrandmeister wurde jetzt zum Ortsbrandmeister. Ein Nachteil ist den Feuerwehren dadurch jedoch nicht entstanden, da in den neuen Satzungen festgelegt wurde, dass alle Feuerwehren ihre Eigenständigkeit behalten.

Wehrführer von 1890 bis heute

1890 bis 1920

Heinrich Wiegmann

1920 bis 1923

Gustav Lienenbrink

1924 bis 1934

Hermann Kröger

1935 bis 1938

Hermann Höcker

1939 bis 1961

August Brüggemann

1962 bis 1966

Hermann Rieke

1967 bis 1985

Egon Potthoff

1985 bis 1990

Gerhard Finkemeyer

1991 bis heute

Hartmut Rahe

Seit 1975 im alten Schulgebäude von Groß Aschen

In dieser Zeit wurde auch die Volksschule in Groß Aschen aufgelöst. Das Schulgebäude und die Wohnung standen leer. Um dieses Gebäude vor dem Verkauf zu retten, kam beim damaligen Ortsbrandmeister Potthoff der Gedanke auf, man könnte dieses Gebäude für die Feuerwehr nutzbar machen. Damit wäre die Feuerwehr zeitgemäß untergebracht, und auch der Posaunenchor könnte weiter im Schulraum üben. Das Gebäude wäre also für Groß Aschen gerettet. So geschah es dann auch. Am 14. April 1973 stellte Brandmeister Potthoff einen diesbezüglichen Antrag. Er wurde genehmigt und die Gelder dafür bereit gestellt. Es dauerte dann aber noch bis Februar 1975, bis die Baugenehmigung erteilt wurde. Im Frühsommer 1975, also zum 85. Geburtstag, konnte die Wehr dort einziehen. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass der Brandmeister Potthoff für dieses Vorhaben einen treuen Mitstreiter hatte, nämlich den passiven Kameraden Armin Seidel, der Ratsherr im Stadtrat Melle war.

Das Feuerwehrhaus Groß Aschen
Das Feuerwehrhaus Groß Aschen

Auf Grund der langen Wegstrecken in der Ortschaft wurde im Jahr 1976 ein Schlauchanhänger für das LF 8 angeschafft, der noch heute seinen Dienst versieht. Diese Anschaffung war unabdingbar. Ferner wurde im gleichen Jahr ein Funkgerät im LF 8 installiert. Nach der Übernahme der Volksschule 1975, stand im Jahr 1979 die erste Reparatur an. Dabei wurden Flur und Schulungsraum renoviert. Um eine noch bessere Löschwasserversorgung in Groß Aschen zu gewährleisten, wurde im Jahr 1980 auf dem Gelände vor dem Gerätehaus die erste Zisterne in der Stadt Melle gebaut. Die zur Verfügung stehende Wassermenge beträgt 100. 000 Liter.

Bis zum Jahr 1981 musste die Sirene von Hand ausgelöst werden. Dieses Verfahren wurde dann jedoch durch eine Funkfernsteuerung ersetzt. Eine weitere Renovierung des Schulungsraumes war 1982 fällig. Es musste damals der komplette Holzfußboden erneuert werden. Bis heute wurden immer wieder Instandsetzungs und Renovierungsarbeiten vorgenommen. So erhielt der Schulungsraum im Laufe der Zeit neue Fenster, neue Tische und Stühle, Schränke und eine Küchenzeile. Vor dem 110 Jubiläum im Jahr 2000 wurde als bisher letzte Maßnahme der Vorplatz neu asphaltiert.

Im August 1992 wurde die Einsatzfähigkeit der Wehr mit der Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs vom Typ TSF-W stark verbessert. Außerdem war es im Folgejahr möglich, Preßluftatmer und einen Stromerzeuger zu beschaffen. Auch schritt die Ausstattung mit Funkmeldeempfängern weiter voran.

Die Wehr besteht heute aus 27 aktiven Kameraden, einer Altersabteilung mit 10 Mitgliedern und 66 passiven (fördernden) Kameraden. Als Ortsbrandmeister fungiert Hartmut Rahe, dem Jörg Reinert als Stellvertreter zur Seite steht.



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Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Melle sind im Feuerwehrverband Melle e. V. organisiert. Der Verband setzt sich für die Brandschutz in der Stadt Melle ein und ist das Sprachrohr der Einsatzkräfte. mehr

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