05.06.2017 Von: Mario Seppel

Gemeinsame Übung von zwei Meller Ortsfeuerwehren

RIEMSLOH. Die Ortsfeuerwehren Riemsloh und Groß Aschen führten vor Kurzem einen gemeinsamen Übungsdienst im Riemsloher Ortsteil Krukum durch. Sowohl die Zusammenarbeit als auch das voneinander Lernen stand bei diesem Dienstabend im Vordergrund.


Mit dem Stichwort „Feuer – Es brennt in einer Lagerhalle an der Wellingstraße“ begann die vom stellvertretenden Riemsloher Ortsbrandmeister Daniel Riske möglichst realitätsnah ausgearbeitete Übung. Bereits von Weitem konnten die Einsatzkräfte den aufsteigenden Übungsrauch, eine Art Kunstnebel, an der Wellingstraße sehen. Die mit dem Tanklöschfahrzeug ersteintreffenden Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Riemsloh stellten bei ihrer Lageerkundung fest, dass in der Lagerhalle eine sehr starke Rauchentwicklung vorlag. Des Weiteren wurden drei Personen in der Halle vermisst. Aufgrund der vorgefundenen Lage zog der ersteintreffende Gruppenführer Matthias Thiel für diese Übung zusätzlich die Ortsfeuerwehr Groß Aschen hinzu.

Wenige Minuten später trafen das Staffellöschfahrzeug und der Einsatzleitwagen der Ortsfeuerwehr Riemsloh an der Einsatzstelle an der Wellingstraße ein. Nach einer kurzen Lageeinweisung und Absprache der Einheitsführer wurden weitere Maßnahmen zur strukturierten Abarbeitung der Lage eingeleitet. „Wir haben einen Standard für solche Einsatzlage“, erklärte der Gruppenführer des Einsatzleitwagens, Mario Seppel, gemeinsam mit Übungsleiter Daniel Riske.

Die wichtigste Aufgabe war zu diesem Zeitpunkt die Menschenrettung: Hierfür wurde der bereits auf der Anfahrt ausgerüstete Angriffstrupp des Staffellöschfahrzeuges eingesetzt. Ein weiterer Trupp rüstete sich als Sicherheitstrupp aus. „Sobald mehrere Trupps unter Atemschutz in den Innenangriff oder zur Menschenrettung vorgehen, wechseln die Einsatzkräfte in den anderen Einsatzabschnitten außerhalb des Gefahrenbereiches auf einen anderen Sprechfunkkanal. Wir können so sicherstellen, dass die eingesetzten Atemschutztrupps ruhiger und konzentrierter arbeiten können und keine zusätzlichen Funksprüche mithören müssen“, so Mario Seppel weiter.

Innerhalb der Lagerhalle herrschte eine Null-Sicht-Lage, sodass der Angriffstrupp einen zusätzlichen Trupp zur Unterstützung nachforderte. Dieser wurde im weiteren Übungsverlauf von der Ortsfeuerwehr Groß Aschen gestellt.

Parallel zu diesen Maßnahmen bauten weitere Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Riemsloh und Groß Aschen eine Wasserversorgung von einem nahegelegenen Hydranten zum Riemsloher Tanklöschfahrzeug auf. Um eine Brandausbreitung zu einem direkt benachbarten Waldstück zu verhindern, entschied sich Einsatzleiter Martin Bonhaus für eine massive Riegelstellung mit einem Wasserwerfer und zwei Strahlrohren.

Nachdem zwei von den drei vermissten Personen aus der Lagerhalle gerettet waren, kam es laut Übungsdrehbuch zu einem Atemschutznotfall beim Riemsloher Angriffstrupp. Ein Truppmitglied bekam plötzlich Atembeschwerden und konnte den Einsatzauftrag nicht mehr ausführen. Nach der Standard-Einsatz-Regel (SER) für einen Atemschutznotfall wurde vom zweiten Truppmitglied umgehend der sogenannte „Mayday“-Funkspruch durchgegeben. Der vor dem Gebäude bereitstehende Sicherheitstrupp wurde von Gruppenführer Matthias Thiel mit der Menschenrettung der verunglückten Einsatzkraft beauftragt. Wenige Minuten später konnte der Sicherheitstrupp den verunfallten Trupp aus dem Gebäude retten.

Der Angriffstrupp der Ortsfeuerwehr Groß Aschen führte die Suche der vermissten Person im Gebäude fort und schaffte zusätzlich eine Abluftöffnung zur Entrauchung der Lagerhalle. Weitere Einsatzkräfte der beiden Ortsfeuerwehren brachten parallel einen Hochleistungslüfter in Stellung und nahmen diesen in Betrieb.

Nach dem Übungsdrehbuch hatte ein Anwohner im weiteren Verlauf versucht, eine Baumaschine aus der Lagerhalle zu fahren, und dabei einen weiteren Anwohner übersehen. Dieser war unter dem linken Vorderrad der Baumaschine eingeklemmt. Die Einsatzleitung entschloss sich nach Beurteilung der neu vorgefundenen Lage für eine patientenschonende technische Rettung. Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Riemsloh und Groß Aschen führten unter der Leitung des Gruppenführers des Riemsloher Staffellöschfahrzeuges, Holger Nowatzke, mittels verschiedener Einsatzgeräte wie pneumatischen Hebekissen, Stufenkeilen, Unterbauholz und Wagenheber die technische Rettung der eingeklemmten Person durch. Diese war etwa 25 Minuten später aus ihrer misslichen Lage befreit. „Wir brauchen diese Zeit, um eine eingeklemmte Person möglichst schonend und achsengerecht zu retten“, sagte Übungsleiter Daniel Riske.

Nach rund anderthalb Stunden wurde die Übung durch die Übungsleitung erfolgreich beendet. Ortsbrandmeister Heinz Bonhaus und Übungsbeobachter Andreas Wilken hoben die gemeinsame Vorgehensweise und die Absprachen zwischen den Einsatzkräften beider Ortsfeuerwehren bei ihrer Übungsnachbesprechung positiv hervor.

Mario Seppel Klaus Placke




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