Bereits um 05:30 Uhr trat der gesamte Fachzug 5 der Kreisfeuerwehrbereitschaft (Schwere Technische Hilfeleistung) inklusive der Logistikkomponente die Verlegung im Verband an. Nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück vor Ort starteten die Kräfte direkt in das erste von zwei komplexen Übungsszenarien.
Die erste Lage stellte die Retter vor eine klassische technische Hilfeleistung (TH) im Bahnbereich: Eine Person war unter einem Güterwaggon eingeklemmt. Nach der ersten Erkundung durch den Zugführer wurden die Aufgaben gemäß des spezifischen Konzepts des Fachzugs 5 zügig verteilt:
Dass Bahnlagen hochdynamisch sein können, zeigte sich kurz darauf: Auf einem Parallelgleis geriet ein weiterer Waggon in Brand. Aus der reinen TH-Lage wurde plötzlich ein kombinierter Brandeinsatz. Da sich im brennenden Waggon noch Personen befanden, musste parallel eine Menschenrettung unter schwerem Atemschutz (PA) eingeleitet werden.
Dank des strukturierten Personaleinsatzes konnten beide Aufgaben schnell gelöst und die Mimen zeitnah an den Rettungsdienst übergeben werden. Die Erkenntnis hieraus: Bei solch komplexen Szenarien ist eine strukturierte Kräfteeinteilung sowie die frühzeitige Planung von Ablösekräften essenziell.
Nach der Mittagspause und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft folgte das zweite Szenario: Ein ICE hatte aufgrund eines technischen Defekts einen Waggon verloren, welcher entgleist war und auf freier Fläche abseits der Schienen zum Stehen kam.
Der Fokus lag hier primär auf der Überwindung der Infrastruktur sowie dem Logistikweg: Personal und schweres Rettungsgerät mussten über eine steile Böschung zum Gleisbett verbracht werden.
Hierzu bauten die Einsatzkräfte eine logistische Brücke mittels gesicherten Steckleiterteilen auf. Über diesen Weg wurden Schienenrollwagen, Schleifkorbtragen und weiteres Material im Teamwork sicher zum Eingleispunkt transportiert. Insgesamt acht teils schwerverletzte Personen mussten aus dem deformierten Waggon gerettet, schonend über die Böschung transportiert und dem Rettungsdienst übergeben werden.
Nach dem Aufsitzen und einer kurzen Abschlussrunde zogen alle Beteiligten ein durchweg positives Fazit. Der Ausbildungstag war sowohl spannend als auch lehrreich und hat das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und THW im Fachzug 5 weiter gefestigt. Eine detaillierte Nachbesprechung der Führungskräfte ist bereits in Planung, um die gewonnenen Erkenntnisse detailliert auszuwerten und in zukünftige Einsatzkonzepte einfließen zu lassen.
Ein besonderer Dank gilt dem NLBK Celle für die unkomplizierte Bereitstellung des hervorragenden Übungsgeländes sowie dem DRK-Kreisverband Melle, der die Truppe kurzfristig mit einem Kühlanhänger zur Versorgung unterstützte.
René Schröter