01.11.2009

Stadtverbandstagung 2009

Im Rahmen der Stadtverbandstagung des Feuerwehrverbandes Melle referierte Vorsitzender Karl-Heinz Meyer über aktuelle Themen und Strömungen in der Feuerwehr:

 

Wie allgemein bekannt ist der Einsatzwert einer Feuerwehr von mehreren Faktoren abhängig. Da ist zum Einen die materielle Ausstattung, auf die ich später noch eingehen werde. Zum Anderen ist da der Faktor Personal.

Personal

Mit weiterhin ca. 580 Mitgliedern sind wir hier in Melle ganz gut aufgestellt. Und das das möglichst so bleibt, dafür sorgen u.a. unsere Jugendfeuerwehren. Wie Sie in der vorletzten Woche der Presse entnehmen konnten, ist mit Gründung der Jugendfeuerwehr Niederholsten / Oldendorf die 7. Jugendfeuerwehr in der Stadt Melle gegründet. Mit Gründung dieser Jugendfeuerwehr besteht nunmehr in jedem Stadtteil eine Jugendfeuerwehr. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die uns aber nicht zum Ausruhen veranlassen darf. Wichtig ist, dass es uns gelingt die Jugendlichen zu motivieren, später auch in die aktive Abteilung der Ortsfeuerwehren einzutreten.


Hierzu ist es erforderlich, dass wir die Mitgliedschaft in der Feuerwehr sowohl innerbetrieblich als auch durch Schaffung entsprechender Randbedingungen im gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld attraktiv machen und erhalten.
Vielleicht gelingt es uns ja auch, noch mehr Werbung bei den örtlichen Arbeitgebern zu machen. Werbung für Spenden meine ich damit allerdings nicht. Wie wäre es denn, wenn Arbeitgeber "sanft" darauf hinweisen, dass man ein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr durchaus begrüßt. Denn eins können wir versprechen - engagierte Feuerwehrleute bringen sich in der Regel auch in ihrem beruflichen Umfeld mit entsprechendem Engagement ein. Und das dürfte den ein oder anderen Einsatz während der Arbeitszeit und damit das Verlassen des Arbeitsplatzes, durchaus aufwiegen.


Wir benötigen auch in Zukunft ausreichend Einsatzkräfte, die auch während der Woche tagsüber zur Verfügung stehen.

Feuerwehrrente

Ein weiterer Punkt der im Zusammenhang mit der zu schaffenden Attraktivität des Feuerwehrdienstes verstärkt diskutiert wird ist die sogenannte "Feuerwehrrente".


Wenn man hierzu die Diskussionen verfolgt, dann sehe ich hierfür allerdings nur eine Chance, wenn es zu einer gesetzliche Regelung kommt. Auf freiwilliger Basis wird dies nichts werden und wer will den Feuerwehrmitgliedern in B erklären, dass es in A so etwas gibt, in B aber nicht.


Ich höre jedoch schon die Stimmen, die mal wieder rufen: Wer soll das bezahlen? Richtig, auch wir wissen, dass die finanziellen Mittel nicht unendlich sind. Wir wissen auf der anderen Seite aber auch, welche Leistung wir als Feuerwehr erbringen.

Nicht nur, dass wir für die Kommunen die gesetzliche Aufgabe des abwehrenden Brandschutzes und der Hilfeleistungen unentgeltlich erbringen und nicht irgendeine freiwillige Aufgabe. Etliche Eigenleistungen der Mitglieder entlasten die Kommunen und schaffen damit Werte, die auch noch das Vermögen der Kommunen mehren.


Durch das große Engagement der Ortsfeuerwehren in ihren Stadtteilen wird das gesellschaftliche Leben unterstützt und in einigen Ortschaften gar am Leben erhalten.


Ich würde mich freuen, wenn dies nicht nur in Samstagsreden, wie heute, lobend erwähnt wird, sondern auch weiterhin nachhaltig bei den jährlichen Beratungen zum Haushalt Berücksichtigung findet.

Material

Und damit bin ich beim zweiten Punkt, der die Einsatzfähigkeit unserer Feuerwehren beeinflusst, dem Material.


Dazu kann ich hier durchaus feststellen, dass die Ausrüstung der Feuerwehren in der Stadt Melle durchweg gut ist. Dies gilt sowohl für die persönliche Ausrüstung als auch für die Fahrzeug- und Geräteausstattung.


Gerade in diesem Jahr konnte hier ein weiterer Schritt für die Sicherheit unserer Einsatzkräfte getan werden. Die Beschaffung von Atemschutz-Notfall-Taschen und die Ergänzung der noch fehlenden Notsignalgeber schließen hier die bisher noch bestehenden Lücken.


Ein uns bereits seit einiger Zeit beschäftigendes Thema ist die Ersatz- und Ergänzungsbeschaffung mit Einsatzüberjacken. Nachdem wir längere Zeit auf die zukünftigen Regelungen gewartet haben, hat sich das Stadtkommando nunmehr für gewisse Standards ausgesprochen und die Beschaffung in einem Mehrjahresprogramm vorgesehen.


Durch die vermutlich zum Jahreswechsel bzw. Anfang des nächsten Jahres in Kraft tretende FwOrgVO wird auch in Niedersachsen das Erscheinungsbild der Feuerwehren vielfältiger. Die langjährig bewährte Farbe orangerot wird, insbesondere begründet durch das Angebot der Hersteller, schwarz/blau weichen.

Ob mit den Änderungen bzw. Ergänzungen der FwOrgVO hinsichtlich der zukünftigen "Anzugsordnung" der richtige Weg beschritten wird, ist abzuwarten. M.E. führt es dazu, dass es durch die diversen Alternativen zu noch mehr Eigenkreationen des äußeren Erscheinungsbildes kommen wird. Ein Bild, dass in der Öffentlichkeit das bisherige Meinungsbild von der Feuerwehr und ihren Mitgliedern nicht unbedingt verbessern wird. Damit will ich diese Äußerlichkeiten aber nicht überbewerten.

Fahrzeuge

Vielmehr möchte ich noch kurz auf die größeren "Äußerlichkeiten" der Feuerwehr, die Fahrzeuge eingehen. Durch das vom Stadtkommando erarbeitete Fahrzeugkonzept wurden nicht nur die auf die jeweiligen örtlichen Anforderungen abzustimmenden Rahmenbedingungen an die Ersatzbeschaffungen artikuliert, es wurden bzw. werden auch nach diesem Konzept nicht mehr benötigte Fahrzeuge abgeschafft.


Ein solches Fahrzeugkonzept ist allerdings nur tragbar, wenn gleichzeitig dafür gesorgt wird, dass die weiterhin erforderlichen Fahrzeuge auch den heutigen Anforderungen bzgl. Ausstattung und insbesondere Sicherheit entsprechen.
Von Fahrzeugen die im Grenzbereich von 30 Jahre alt sind, kann nicht unbedingt behauptet werden, dass sie diesen Ansprüchen noch gerecht werden.
Sicherlich sind im Straßenverkehr auch weiterhin "Oldtimer" anzutreffen. Diese müssen aber in der Regel nicht die erhöhten Bedingungen eines Feuerwehreinsatz erfüllen. Wer die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung eines ca. 30 Jahre alten Feuerwehreinsatzfahrzeuges in Frage stellt, dem biete ich an, einmal mit einem solchen Fahrzeug unter Einsatzbedingungen mitzufahren. Servolenkung und ABS, um nur Beispiele zu nennen, sind bei diesen Fahrzeugen Fremdwörter. Um so höher ist die Leistung der Fahrer einzuschätzen, die bei den heutigen Straßen- und Verkehrsbedingungen diese Fahrzeuge und insbesondere deren Insassen immer wieder heile zum Einsatzort und zurück bringen.

Wie oft das in diesem Jahr bereits geschehen ist, habe ich nicht extra ausgewertet. Wer sich die mehr oder weniger lückenlose Auflistung auf unserer Internetseite anschaut, kann feststellen, dass es auch im bisherigen Verlauf des Jahres etliche Einsätze unterschiedlicher Art und Größe waren, die die Feuerwehren zu bewältigen hatten.

Führerschein

Im Zusammenhang mit den Fahrern muss man dann allerdings auch noch die Führerscheinproblematik ansprechen. Sicher, die "große" Politik und einige Andere haben den sogenannten "Feuerwehrführerschein" als tolle Errungenschaft verkauft - gebracht hat er für uns, zumindest bisher, gar nichts.
Es ist z.Zt. weiterhin so, dass unsere Mitglieder nicht nur die Führerscheinausbildung größtenteils aus der eigenen Tasche bezahlen, auch die Verwaltungsgebühren für die regelmäßig zu beantragende Verlängerung wird noch aus eigener Tasche bezahlt.


Zum Schluss meiner Ausführungen, möchte ich feststellen, die Feuerwehren der Stadt Melle sind, auch wenn ich heute den ein oder anderen Punkt etwas kritisch und mahnend angesprochen habe, auf einem guten Weg und werden ihrerseits alles daran setzten, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
Hierzu bedarf es allerdings auch weiterhin der zahlreichen Unterstützung innerhalb und außerhalb der Feuerwehren.

Danke

Für die bisher erfahrene Unterstützung lassen Sie mich Dank sagen.
In erster Linie gilt mein Dank allen Feuerwehrfrauen und -männern, für die angenehme Zusammenarbeit, die Einsatzbereitschaft und das vielfältige Engagement.


Ein besonderer Dank gilt den Familienangehörigen unserer Mitglieder, denn nur durch die Toleranz und Akzeptanz in den Familien ist eine Feuerwehrarbeit in diesem Umfang überhaupt möglich.


Nicht vergessen möchte ich die Arbeitgeber, die, soweit es die betrieblichen Belange ermöglichen, das Engagement in der Feuerwehr ebenfalls unterstützen.


Bedanken möchte ich mich bei unseren Führungskräften in den Jugendfeuerwehren, den Ortsfeuerwehren, dem Stadtkommando sowie den vorgesetzten Dienststellen des Landkreises und der Polizeidirektion einschließlich der befreundeten Hilfsorganisationen und der Polizei für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit.


Bedanken möchte ich mich gleichfalls bei unseren Partnern in Rat und Verwaltung für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Lassen Sie mich schließen mit dem Jahresmotto unseres Landesfeuerwehrverbandes

Ohne Alternative - FEUERWEHR



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