04.11.2018 Von: Nils Hoyermann

Feuerwehrleute werden „Mobile Retter“

MELLE. 24 Mitglieder der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen haben kürzlich eine Unterweisung und Qualifizierungsüberprüfung als Mobile Retter absolviert. Hierdurch können die Feuerwehrleute einem Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand gezielt mit lebensrettenden Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes helfen.


24 Mitglieder der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen wurden von drei Trainern des DRK Kreisverbandes Melle als Mobile Retter ausgebildet.
Ziel der Unterweisung ist es, qualifizierte lebensrettende Maßnahmen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand durchführen zu können.

Bundesweit zählen nach Auskunft des Vereins Mobile Retter bereits mehr als 13.500 Personen zu den registrierten Ersthelfern. Unter ihnen befinden sich neben Ärzten, Rettungsdienstmitarbeitern, Gesundheits- und Krankenpflegern auch Mitglieder von Hilfsorganisationen wie dem DRK, der DLRG, des THW oder der Feuerwehren. Auch in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Melle sind bereits einige Mitglieder der verschiedenen Ortsfeuerwehren als „Mobile Retter“ aktiv.

Der Landkreis Osnabrück, dem die Stadt Melle angehört, ist eine der derzeit zwölf aktiven Regionen in Deutschland: Ende August 2017 fiel hier der Startschuss für das Projekt „Mobile Retter“. Ziel der Initiative ist es, die Zeitspanne zu verkürzen, bis bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand oder bei Bewusstlosigkeit qualifizierte Hilfe eintrifft.

Hierfür lösen die Disponenten der Regionalleitstelle Osnabrück bei jedem eingehenden Notruf, in dem ein Herz-Kreislauf-Stillstand gemeldet wird, neben dem Alarm für den Rettungsdienst auch eine Alarmierung über die „Mobile Retter“-App auf den Smartphones der registrierten Ersthelfer aus. Für die Aufnahme in das System ist eine Unterweisung und Qualifizierungsüberprüfung erforderlich, die unter der Leitung von Dominik Linge, Jens Kurby und Volker Barz vom DRK Kreisverband Melle für die Neuenkirchener Ortsfeuerwehr stattfand.

„In den Reihen der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen haben wir nun 24 Mobile Retter – und können unseren Mitmenschen somit nicht nur mit unseren Aufgaben in der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung helfen, sondern auch ihre Überlebenschance in den ersten Minuten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand erhöhen.“

Nils Hoyermann, Organisator der Ausbildungsmaßnahme der Ortsfeuerwehr

Das Alarmierungssystem ortet im Einsatzfall die Ersthelfer im Umkreis des Notfallortes über das GPS-Modul ihrer Smartphones und sendet ihnen eine Einsatznachricht. Erst wenn ein Mobiler Retter einen Einsatz annimmt, erhält er weitere Informationen mit dem Notfallort und einer Wegbeschreibung. Anhand dessen macht sich der Ersthelfer auf den Weg zum Patienten und kann die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch lebensrettende Maßnahmen überbrücken.

„Gerade in den ländlichen Gebieten der Stadt Melle und auch im Stadtteil Neuenkirchen können die Mobilen Retter durch ihre örtliche Nähe schneller am Notfallort sein als der Rettungsdienst – und dadurch nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand zügig qualifizierte, lebensrettende Maßnahmen einleiten.“

Dominik Linge, Trainingsleiter vom DRK Kreisverband Melle e. V.

Durch die Initiative wird die Rettungskette an einer entscheidenden Stelle gestärkt, ohne jedoch in die bisherigen und etablierten Struktur des Rettungsdienstes einzugreifen. Stattdessen werden auf ehrenamtliche oder dienstfreie Ressourcen zurückgegriffen, die zuvor für eine gezielte Erste Hilfe nicht erreichbar oder nur zufällig vor Ort waren. Zu ihnen gehören auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Melle und ihrer Ortsfeuerwehr Neuenkirchen.

Weitere Informationen über das Projekt erhalten Sie unter www.mobile-retter.de.

Nils Hoyermann




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