13.06.2018 Von: Mario Seppel

Kreisfeuerwehr-bereitschaft Süd: Strukturen bewähren sich

OSNABRÜCK/SPELLE. Die Firma Krone in Spelle im Landkreis Emsland war Anfang Juni das Ziel einer zweitägigen Einsatzübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd sowie der IUK Gruppe Süd / ELW 2 der Kreisfeuerwehr Osnabrück. Neben der sogenannten Kolonnenfahrt zum Einsatzort in Spelle wurden die Schwerpunkte Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung weiter vertieft. Von der Feuerwehr Melle nahmen Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren Melle-Mitte, Neuenkirchen, Oldendorf und Riemsloh mit dem Fachzug 5 „Wassertransport“ teil.


Nachdem alle fünf Fachzüge den Bereitstellungsraum an der FTZ Süd in Georgsmarienhütte erreicht hatten, wurde eine erste Einheitsführerbesprechung mit der Bereitschaftsführung, den Zugführern der Fachzüge und der IUK-Gruppe Süd / ELW 2 durchgeführt. „Wir haben hier eine Standard-Einsatz-Regel, wie wir solche Großeinsätze vorbereiten und danach systematisch abarbeiten“, sagte der Pressesprecher der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd, Mario Seppel.

Vortrupp zur Lageerkundung

Nach dieser Besprechung setzte sich die Führungsgruppe und die IUK-Gruppe Süd / ELW 2 als Vortrupp in das fiktive Schadensgebiet in Spelle bei der Firma Krone in Bewegung. „Wir fahren mit den Führungsfahrzeugen vorab in das Schadensgebiet, um wertvolle Zeit zu sparen. Die Lage kann im Detail erkundet werden und die ersten Führungsstrukturen können in Betrieb genommen werden. Dies ermöglicht später eine erleichterte Einsatzaufnahme der eingesetzten Kräfte innerhalb der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd“, erläuterte Mario Seppel. Mit etwa 30 Minuten Zeitversetzung wurde die Kreisfeuerwehrbereitschaft mit ihren fünf Zügen in das Schadensgebiet entsendet. Als Bereitstellungsraum wurde der Hafen in Spelle-Venhaus ausgewählt.

Nach der Erkundung der Einsatzleitung mit dem Standort auf dem Betriebsgelände der Firma Krone wurden zwei größere Einsatzabschnitte gebildet, wodurch die jeweiligen Schwerpunkte Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung abgebildet wurden.

Abschnitt 1: Bei der Firma Krone wurde ein Brand in der Selbstfahrerhalle angenommen. Dort war aufgrund eines technischen Defekts im Technikraum ein Feuer ausgebrochen und es kam zu einer sehr starken Rauchentwicklung. Insgesamt wurden drei Mitarbeiter vermisst.

Menschenrettung und Brandbekämpfung

Dieser Einsatzabschnitt 1 wurde von den Fachzügen 1 „Wasserförderung“ und 2 „Wassertransport“ abgearbeitet. Es gingen mehrere Trupps mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten in das Gebäude zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor. Parallel errichteten die Einsatzkräfte des Fachzuges 1 „Wasserförderung“ eine umfangreiche Wasserversorgung aus den umliegenden unterirdischen Wasserbehältern auf. „Die Zusammenarbeit und die Kommunikation innerhalb und zwischen den Zügen funktionierte reibungslos“, teilte Mario Seppel mit. Alle Übungsziele konnten in kurzer Zeit erreicht werden.

Abschnitt 2: Hier kam es auf der Brückenstraße in unmittelbarer Nähe des Betriebsgeländes der Firma Krone zu einem schweren Verkehrsunfall mit insgesamt sechs beteiligten PKW und insgesamt zehn verletzten Personen. Einige von den Verletzten waren in ihren Fahrzeugen sehr stark eingeklemmt und konnten das Fahrzeug nicht eigenständig verlassen. Die Fachzüge 3 „Technische Hilfeleistung“ und 5 „Wassertransport“ haben zusammen mit dem DRK OV Spelle diesen Einsatzabschnitt abgearbeitet. „Im Fachzug 5 Wassertransport befinden sich insgesamt drei Tanklöschfahrzeuge mit einem hydraulischen Rettungssatz. So haben sich auch hier die Strukturen der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd bewährt. Die Fachzüge konnten sich somit gegenseitig ergänzen und konnten damit die Einsatzaufgabe schneller abarbeiten“, zog Bereitschaftsführer Michael Räther ein erstes Fazit.

Technische Rettung bei Verkehrsunfall

Nach der Erkundung der Zugführer der jeweiligen Fachzüge und des DRK wurde zunächst eine Gesamtabschnittsleitung eingerichtet und die verunfallten Fahrzeuge für die technische Rettung aufgeteilt. Die technische Rettung gestaltete sich als sehr komplex, da ein ständiger Austausch zwischen Rettungsdienst / DRK und Feuerwehr stattfinden musste. „Ziel bei einer technischen Rettung ist die patientenschonende Rettung, sodass der Verunfallte möglichst wenig Schmerzen und keine weiteren Verletzungen erleidet“, sagte Mario Seppel abschließend.

Nachdem diese beiden größeren Abschnitte abgearbeitet wurden, kam es an zwei weiteren Orten zu einem Schadensereignis. Im Hafen Spelle-Venhaus wurde bei der Firma Ems-Jade Mischwerke ein Arbeitsunfall angenommen. Dort war oben auf einem der Silos ein Mitarbeiter von einer Leiter gefallen und hatte sich dabei schwere Rückenverletzung zugezogen. Nach der Erstversorgung des Patienten führte der Fachzug 2 „Wassertransport“ die Höhenrettung durch.

Parallel zu dem Höhenrettungsszenario kam es im Bereich der Schleuse Venhaus zu einem Bootsunfall. Hier war ein Boot mit mehreren Personen gekentert, der Fachzug 3 „Technische Hilfeleistung“ wurde für die Wasserrettung eingesetzt.

Übungsende nach drei Stunden

Nach rund drei Stunden waren alle vier Übungsszenarios erfolgreich abgearbeitet. Im Anschluss trafen sich alle Übungsbeteiligten auf der Diele im Bürgerbegegnungszentrum Wöhlehof, um gemeinsam zu Abend zu essen. Das Essen wurde von dem Fachzug 4 „Logistik“ vorbereitet und ausgegeben.

Die Gesamtübung wurde gemeinsam von den Feuerwehren Spelle und Venhaus, der DLRG Ortsgruppe Spelle und dem DRK Ortsverein Spelle ausgearbeitet und vorbereitet. Insgesamt nahmen rund 150 Einsatzkräfte aller beteiligten Einheiten an der Übung teil. Die eingesetzten Kräfte aus dem Landkreis Osnabrück übernachteten in der Oberschule Spelle. Nach einem gemeinsamen Frühstück wurde gegen 10:30 Uhr die Fahrt in Richtung des Heimatlandkreises angetreten.

Ein besonderer Dank gilt der Samtgemeinde Spelle, dem Wöhlehof, der Oberschule Spelle, der Firma Krone und der Firma Ems-Jade Mischwerke, welche diese Übung ermöglicht und unterstützt haben.

Mario Seppel Alois Wilmes




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