Ein Artikel von

Nils Hoyermann
Stellv. Pressesprecher
12.11.2020
12.11.2020

Nur die Hälfte aller Eigenheime ausreichend ausgestattet

MELLE. Die Freiwillige Feuerwehr Melle unterstützt den bundesweiten Rauchmeldertag am 13. November und appelliert neben der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ an Eigentümer, die Rauchmelderpflicht umzusetzen.


Anlässlich des Rauchmeldertags am Freitag, den 13. November, weist die Initiative auf die Erfolge ihrer 20-jährigen Informationskampagne hin: Die Aufklärungsarbeit gemeinsam mit vielen Partnern und die zum Jahresende nahezu bundesweit eingeführte Rauchmelderpflicht haben dafür gesorgt, dass die meisten Menschen in Deutschland durch Rauchmelder vor tödlichem Brandrauch besser geschützt sind. Berlin und Brandenburg sind die letzten Bundesländer, in denen die Übergangsfrist der Gesetzgebung zum Jahresende ausläuft.

Irrtum #1: Wenn es brennt, bleibt mir genug Zeit, das Gebäude zu verlassen. Falsch! Im Brandfall bleiben höchstens 120 Sekunden zur Flucht.
Irrtum #2: Ein Rauchmelder im Flur reicht. Falsch! Rauchmelder gehören in alle Flure, Schlaf- und Kinderzimmer.
Irrtum #3: Nur Vermieter sind dazu verpflichtet, Rauchmelder zu installieren. Falsch! Auch alle Eigentümer sind dazu gesetzlich verpflichtet.
Irrtum #4: Ich bemerke auch im Schlaf den Brand rechtzeitig. Falsch! Nachts schläft auch der Geruchssinn, man wird im Brandfall nicht wach.
Irrtum #5: Qualität von Rauchmeldern erkennt man allein am CE-Zeichen. Falsch! Gute Rauchmelder tragen zusätzlich das Qualitätszeichen „Q“.

Rauchmelderpflicht auch in Niedersachsen

Erfreut über die gute Ausstattung zeigt sich auch Albrecht Broemme, der vor 20 Jahren als damaliger Berliner Landesbranddirektor die Kampagne aus der Taufe hob: „Dank der langjährigen Aufklärungsarbeit sind Rauchmelder als Lebensretter zum Glück im öffentlichen Bewusstsein angekommen, auch in der Politik. Daher sind in allen Ländern heute Rauchmelder für private Wohnungen Pflicht – auch in Niedersachsen. Nur in Sachsen gilt dies bislang lediglich für Neu- und Umbauten. Der tragische, bundesweit bekannt gewordene Fall aus Grimma in Sachsen, bei dem Anfang des Jahres eine Mutter und ihre zwei kleinen Kinder bei einem Brand ums Leben gekommen sind, wird das hoffentlich bald verändern.“

Feuerwehrverband unterstützt Kampagne

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) ist eine tragende Säule von „Rauchmelder retten Leben“. Hermann Schreck, Beiratsvorsitzender der Initiative und Ständiger Vertreter des DFV-Präsidenten, meint: „Heute gibt es keine Freiwillige Feuerwehr oder Berufsfeuerwehr mehr, die nicht den Nutzen der Rauchmelder anerkennt und den Brandschutz mit den lebensrettenden Geräten unterstützt. Das war zu Beginn der Aktion „Rauchmelder retten Leben“ anders und hat sich im Laufe der Jahre wesentlich verändert. Grund dafür ist sicher, dass die Rauchmelder in den Haushalten für eine kontinuierlich sinkende Anzahl der Brandverletzten und Brandtoten sorgen.“

Studien belegen: Rauchmelder retten Leben

Norbert Schaaf, Vorsitzender der Initiative „Rauchmelder retten Leben“ erklärt: „In Deutschland retten Rauchmelder pro Tag durchschnittlich vier Menschen vor gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Tod. Das ergab unsere Auswertung der Medienberichterstattung von Dezember 2019 bis Februar 2020.“ Auch die im März dieses Jahres veröffentlichte Studie „Wirksamkeit der Rauchwarnmelderpflicht“ weist statistisch nach, dass seit Einführung der Rauchmelderpflicht immer mehr Leben gerettet werden.

Hälfte der Eigenheime nicht ausreichend gesichert

Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb): „Es ist erschreckend, dass trotz nachgewiesener Wirksamkeit und trotz Gesetzgebung bundesweit nur die Hälfte der Eigenheimbesitzer ausreichend mit Rauchmeldern ausgestattet ist.“ Zu diesem Ergebnis kam eine Mitte September veröffentlichte, repräsentative Innofact-Studie.

Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ appelliert daher an alle Eigentümer, sich und die eigene Familie zuhause ausreichend mit Rauchmeldern zu schützen.

„Rauchmelder retten Leben“ klärt auf: Die 5 größten Irrtümer

In Deutschland retten Rauchmelder durchschnittlich pro Tag vier Menschen vor gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Tod. Trotzdem gibt es noch viele Vorurteile und Irrtümer:

Irrtum #1:
Wenn es brennt, bleibt mir genug Zeit, das Gebäude zu verlassen.
Falsch! Im Brandfall bleiben höchstens 120 Sekunden zur Flucht.

Irrtum #2:
Ein Rauchmelder im Flur reicht.
Falsch! Rauchmelder gehören in alle Flure, Schlaf- und Kinderzimmer.

Irrtum #3:
Nur Vermieter sind dazu verpflichtet, Rauchmelder zu installieren.
Falsch! Auch alle Eigentümer sind dazu gesetzlich verpflichtet.

Irrtum #4:
Ich bemerke auch im Schlaf den Brand rechtzeitig.
Falsch! Nachts schläft auch der Geruchssinn, man wird im Brandfall nicht wach.

Irrtum #5:
Qualität von Rauchmeldern erkennt man allein am CE-Zeichen.
Falsch! Gute Rauchmelder tragen zusätzlich das Qualitätszeichen „Q“.

Mehr zu den fünf größten Irrtümern unter: www.rauchmelder-lebensretter.de/rauchmelder-die-5-groessten-irrtuemer

Über „Rauchmelder retten Leben“

Das Forum Brandrauchprävention e. V. betreibt die im Jahr 2000 gegründete Initiative „Rauchmelder retten Leben“. Das Ziel des Forums ist die Brandschutzprävention, insbesondere mit Rauchwarnmeldern. Mitglieder des Forums sind führende Dachverbände wie der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) sowie Hersteller und Dienstleister. Am 12. Juni 2012 gründete das Forum Brandrauchprävention einen gemeinnützigen Verein.

Forum Brandrauchprävention e. V., Nils Hoyermann

Forum Brandrauchprävention e. V.


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